Tao-Kunst, Yin/Yang, historische Kunst, Holzschnitt, Steinabreibungen
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"Tao-Kunst"

Der Taoismus und die besondere Bedeutung für die chinesische Kultur und Kunst.
Die Kultur eines Volkes wird nicht auf dem Schlachtfeld errungen !
Die wahrhaft großen Leistungen eines Volkes werden nicht auf dem Schlachtfeld errungen, nicht in Amtsstuben erdacht oder auf Parteitagen beschlossen. Sie drücken sich nicht aus in eroberten Herrschaftsgebieten, nicht an der Größe auf dem Weltatlas und nicht an der Anzahl der Einwohner eines Landes. Sie  werden nicht nach der "Größe" eines Herrschers oder der Mächtigkeit  seiner Bauwerke bemessen, die er sich erbauen ließ. 
Die wirklich wichtigen Kulturleistungen vollziehen sich in den kleinen Stuben von Dichtern, Philosophen, Denkern und Künstlern oder wie hier in kleinen abgeschiedenen, einsamen Bergklöstern.  Manches große Bauwerk mag  schon längst zerfallen  sein; die Toten einer Schlacht wird niemand mehr beweinen, dennoch wird die Geschichte das "ruhmvolle" und doch so ruchlose Wirken eines Herrschers oder einer Partei letztendlich auch danach bemessen, wieviel Leid  über das Volk oder über andere Völker gebracht wurde. Das emsige und zumeist sehr bescheidene Werk der eifrigen "Geistesarbeiter" aber  wird die Zeit überdauern.
Die taoistische Kunst - eine geheimnisvolle und doch sehr lebensnahe "Kunst".
Doch was, was wir heute "taoistische Kunst" nennen ist keine Kunst im üblichen Sinne und erst recht nicht in jenem Verständnis, das wir als Europäer von "Kunst" bezeichnen. Die taoistische Kunst hatte immer schon eine ganz besondere, sehr phiosophische, spitituelle, religiöse aber oft auch seht lebensnahe und "praktische" Bedeutung.  Viele Europäer finden die taoistische Kunst "einfach schön", schön in ihrer Einfachheit und Schlichtheit oder in ihrer optisch ansprechenden Harmonie der Gestaltung. 
Läßt sich das wundersame des Tao enträtzeln ?
Die Kunst, der Schlüssel zum Geheimnis des Tao !


Taoismus:  Die Wurzeln, die Grundlagen. Die kosmische Harmonie.
Der Taoismus ist eine philosophische Weltanschauung, die ihren direkten Ursprung in der alten chinesischen Naturreligion, mit ihren vielen Naturgöttern und einem tief verwurzelten Ahnenkult hat. Es ist die Vorstellung, daß alle Naturvorgänge im Kosmos und auf unserer Erde den gleichen Ursprung haben (Tao = Urgrund) und auch die gleiche Wirkungsweise, die alle Erscheinungsformen und daß diese "kosmische Harmonie" somit auch unsere Handeln (oder Nichthandeln) bestimmen sollte.  Wenn wir im Einklang mit der Natur leben, bewegen wir uns im gleichen Rhythmus wie die Natur, schwingen wir mit,  in der Harmonie des gesamten Universums. Diese Harmonie entsteht durch Anpassung an das Tao, durch Einfachheit, Schlichtheit,  Nichteingreifen (wu-wei),  "Kultur der inneren Ruhe" (Beschaulichkeit und Meditation) und intuitive Hinwendung zur Natur.


Taoismus: Philosophie und Religion:
Wäre der Taoismus nur eine "Religion" im üblichen Sinne gewesen, so wäre es in China selbst schlecht um ihn bestellt. Als die mongolischen Reiterheere  mordend und brandschatzend auch durch China hindurchzogen (2111-1218),  ließ Dschingis Khan alles verbrennen, was ihm an ("Büchern"), Schrift- und Bildrollen n die Hände fiel. Nach der Zerschlagung des chinesischen Kaiserreiches im Jahre 1911; vor Allem jedoch während der kommunistischen Herrschaft mit ihrer sogenannten  "Kulturrevolution"  wurde jegliche Form von "Religion" beseitigt und unterdrückt. Viele taoistische und buddhistische Klöster (wie auch später in Tibet) wurden zerstört oder geplündert. Jedoch erkennt die chinesische Regierung erst jetzt , daß gerade diese "typisch chinesischen" Kulturformen die eigentlichen 
Attraktionen für die Touristenattraktionen und damit auch "Devisenbringer" sind. Doch ist die dort heute gezeigte "Religiosität" zumeist  nur mehr oder weniger schlecht dargebotene Touristenveranstaltungen.

Glücklicherweise haben jedoch viele taoistische Klöster in Taiwan, Hongkong, Macao, Singapur, New York, San Francisco, Los Angeles oder in anderen Städten, in denen viele chinesische Auswanderer leben, die Zeit überdauert.Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Taoismus, ebenso wie der Chan-Buddhismus (in Japan: "Zen"), vermutlich im frühen Mittelalter nach Japan "exportiert" wurde, wo er jedoch eine starke Assimilierung mit dem Zen erfahren hatte und durch andere Religionsformen (Shintoismus) überdeckt wurde, sodaß in Japan nur noch wenige Relikte über den Taoismus erhalten blieben. 

Historiker und Kunsthistoriker sind oft bestrebt, die Kulturentwicklung in bestimmte Zeitepochen oder Dynastien einzugrenzen. Sie vergessen dabei jedoch, daß eine kulturelle Entwicklung kein linearer Prozeß ist, der sich stets nur auf einen klar zu definierenden Zeitabschnitt oder auf ein bestimmtes, räumlich eingeschränktes Gebiet bezieht. Vielmehr ist es ein dichtes, eng verwobenes Netzwerk mit sehr unterschiedlichen Einflüssen, Randbedingungen, Richtungen, Strömungen  und Wechselwirkungen mit anderen Kulturen. Gleichermaßen befassen Sie sich bei der  Betrachtung von Kunstwerken allzu sehr mit der Frage, wann und wie ein Werk geschaffen wurde; weniger aber mit der Frage, warum etwas geschaffen wurde; welchen geistigen Hintergrund das Schaffen hatte. 
Die taoistische Weltanschauung und Kunst entwickelte sich vielfach in der einsamen Abgeschiedenheit  von Bergklöstern und kleinen Einsiedeleien, also weit entfernt von dem zumeist  "kaiserlich angeordneten" Denken,  Kunst - und Kulturschaffen. Auch war sie vielfach mit einer Art "Geheimwissenschaft" verbunden. So wird es gewiß noch lange dauern, bis zumindest ein  zunächst kleiner Teil dieser Zusammenhänge erfasst und beschrieben ist. Aber dennoch ist bereits heute deutlich erkennbar, daß die chinesische Kunst so 
viele weitreichende und tiefgreifende Wurzeln im Taoismus hat, so daß sie ganz entscheidend von ihm mitgeprägt wurde. Nur so konnte sie sich zu dem entwickeln, was wir heutzutage als die "typische" chinesische Kunst betrachten.
Daher waren in China die Ergebnisse taoistischer Weltanschauung, der Philosophie,  Meditation, Gesundheitslehre u.s.w. längst  zum "Volksgut " geworden, sodaß auch die kommunistische Gewaltherrschaft diese Kulturgüter 
nur bruchstückhaft beseitigen konnte.

In den o.g. Einzelthemen finden Sie alle interessanten Hinweise z.B. zu Yin und Yang; zu den 5 Elementen, zum I-Ching, zum chinesischen Horoskop, der Magie, Zauberei und Alchimie, der chinesischen Medizin, der Baukunst u.s.w. und deren Darstellung in der Kunst.

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