Tibet : Die tibetische Kunst, ihre Ursprünge und Erscheinungsformen:  historische Kunst, Buddha-Motive

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Tibet
Die tibetische Kunst, ihre Ursprünge 
und Erscheinungsformen
Das "Schneeland" Tibet und seine Kunst.
Tibet war wie auch die anderen kleinen Himalaja-Staaten immer eine schwer erreichbare Region. 
So konnte sich dort eine Kunst entwickeln, die in ihrer Art einzigartig ist. Da dieses kleine Land schon oft unter den  feindlichen Übergriffen aus der Mongolei oder China (zuletzt in den 50iger und 60ziger Jahren) leiden mußte, blieb im Land selbst kaum noch etwas von dem alten originalen Zustand erhalten. Den westlichen Museen, öffentlichen und  privaten Sammlungen ist es zu verdanken, daß dort etwas von diesem Kunst- und Kulturgut erhalten  blieb. Mit Hilfe dieser Kunstschätze und anhand von Fotos konnten mit überwiegend privater Hilfe viele tibetische Klöster wieder aufgebaut und restauriert werden., Bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich größtenteils um Holzschnitte, die vor der chinesischen Okkupation, oder aber von Exil-Tibetern in Nepal mit alten Original-Druckstöcken und zumeist  auf handgefertigten Papieren gedruckt  wurden.
"Bön" - die alte Natur-Religion.
Auf den ersten Blick ist von der alten tibetischen Naturreligion, der sogenannten "Bön-Religion" nicht viel erhalten geblieben. Doch hat sie sich in vielen Fabeln, Märchen und Geschichten erhalten und selbst der heutige tibetische Buddhismus zeigt noch viele Hinweise auf diesen Naturglauben, denn die neue Religion hatte die alten Vorstellungen  assimiliert. 
Das Windpferd Lung-ta, der Schnee-Löwe, der Luft-Tiger, der Götterbote shang-shang (der Schlangentöter Garuda) und die zahlreichen Yoginis
und Dakinis sind deutliche Beispiele dafür. So ist  der tibetische Buddhismus auch ein interessantes Feld für tiefe Einblicke in die alte Sagen- und Märchenwelt, welche somit  herrliche Kunstwerke hinterlassen hat. Mit diesen Seiten möchte ich zeigen, daß diese Art der Kunst nicht nur eine religiöse, sondern auch eine sehr "praktische " Bedeutung hat.
Der Yeti, Fabelwesen, Feen, Hexen und Geister
Das wohl berühmteste tibetische Fabelwesen den Schnemenschen Yeti können wir hier leider nicht sehen. Zwar wollen ihn schon viele gesehen haben, aber ob es ihn wirklich gibt ? Als der Buddhismus durch den indischen Guru Padmasambhava nach Tibet kam, wurde dieser zunächst zu einem großen Dämonenbezwinger.  Er hatte die Dämonen und Geister jedoch nicht vernichtet, sondern er machte sie ganz einfach zu Beschützern, Bewahrern und Himmelsboten des neuen, buddhistischen 
Glaubens. Es gibt von ihnen wohl weit über tausend und jede Region Tibets hat auch noch ihre eigenen lokalen Schutz-Gottheiten und andere nützliche Wesen, die Haus, Hof die Kinder oder die Tiere beschützen oder in allen Lebenslagen helfen können. Ihre Vielzahl ist  unüberschaubar. Hier sehen wir z.B. die Vajravarahi-Yogini, eine ehemalige Fee.
Tibet das paradiesische Land Shangrilah ?
In Asien erzählt man sich seit uralter Zeit die Legende von dem paradiesischen Land Shangrilah. Nach einem letzten Großen Krieg würde die ganze Welt zerstört weren, nur die Bewohner des Landes Shangrilah würden von dieser Katastrophe verschont bleiben, weil dort die Menschen für immer in Frieden leben. Die Wirklichkeit der vergangen 50 Jahre (die gewaltsame Eroberung Tibets durch China) hat uns etwas anderes gezeigt. Es gab schon viele Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, diese schöne Land zu suchen, weil sie glaubten, daß sie nur dort für immer glücklich und in Frieden leben könnten. Aber ich denke, daß für Shangrilah, das leiche gilt, wie für "die verborgenen Schätze - termas". 
Shangrilah - das Land des ewigen Friedens, müssen wir uns selbst schaffen !
Wir müssen uns selbst intensiv für Liebe, Frieden, für die gegenseitige Achtung und für die Wahrung von Menschenrechten und für mehr Menschenwürde einsetzen 
Ein jeder von uns sollte es zumindest versuchen, in seiner Familie, in seinem Freundes- oder im Bekanntenkreis, in seiem persönlichen Umfeld sich und auch anderen ein kleines "Shangrilah" zu schaffen. 
Padmasambhava
"Der aus dem Lotos geborene"

Es war Padmasambhava, der den Buddhismus in das "Schneeland" brachte. Im Jahre 786 bat ihn der tibetische König Trhisong Detsen in das "Land  des ewigen Schnees", da dieser glaubte, daß dort allerlei Dämonen und Geister ihr Unwesen trieben und daß diese den Menschen übel mitspielten. Der König hatte erfahren, daß der indische Guru in allen tantrischen Lehren sehr  bewandert war und daß er übernatürliche Kräfte (siddhi) besitzen würde. Padmasambhava vernichtete die Geister jedoch nicht, sondern er unterwarf sie und machte sie zu Glaubensschützern (dharmapala) der buddhistischen Lehre (dharma). 
So kommt es, daß in der tibetischen Kunst  viele sehr grimmig aussehende Wesen dargestellt werden, die jedoch im Gegensatz zur christlichen Kunst eine positive Bedeutung haben. 

Termas - verborgene Schätze ?
Von Padmasambhava erzählt man sich die Legende, daß er in Tibet in etlichen Höhlen und an anderen Stellen geheime Schätze ("termas") verborgen habe, die derjenige finden würde, der dazu auserwählt wäre und der dann dadurch die umfassende Erkenntnis erhalte. Es soll sich um geheime Texte gehandelt haben. Bis heute hat noch niemand diese Schätze gefunden. Es ist wohl eher eine Metapher, denn es geht hier gewiß nicht um "Schätze" im üblichen Sinn, sondern eher um solche "verborgene Schätze", die ein jeder von uns in seinem  Herzen trägt und die denjenigen, der sie plötzlich in sich entdeckt  "reich und glücklich" macht.
Die "Frühzeit-Buddhas
Wie alle Buddhisten, so glauben auch die Tibeter, daß es bereits vor dem historischen Buddha (Siddhartha Gautama) in unserer und in anderen Welten bereits viele andere frühere Buddhas gab.
Buddhas, das sind menschliche oder göttliche Wesen (Boddhisattvas), die Leid und Entbehrungen auf sich nehmen, um für die Menschen und die anderen Lebewesen einen Weg aus dem leidvollen Kreislauf der fortwährenden Wiedergeburt zu finden. Das Erkennen dieses Weges (Erleuchtung: Buddha = "der Erleuchtete) wird Bodhi genannt. Doch die Menschen haben die Lehren dieser alten Buddhas 
längst vergessen. Die Buddhisten sind der Auffassung, daß die Suche nach Erkenntnis stets aufs Neue auf die Erfordernisse der jeweiligen Zeit
ausgerichtet sein muß.
Der historische Buddha
Als der Buddhismus nach Tibet kam, war diese Weltanschauung (und/oder Glaube) schon weit über 1.200 Jahre alt, da daß er wohl nicht mehr in seiner ursprünglichen Form vorlag. Padmasambhava hatte sich sehr intensiv mit den tantrischen Lehren befasst. Daher wird diese Form des Buddhismus auch Tantrayana oder Vajrayana genannt, während nach der Reformbewegung des Tsonnkapa auch der 
Begriff "Lamaismus" üblich ist .Der Kern der buddhistischem Lehre besteht darin, daß Buddha durch persönliche Entbehrungen und Askese die Erkenntnisse (Erleuchtung, Bodhi, Buddhaschaft) darüber erlangt haben soll, wie er für seine Zeit (siehe Vorzeit-Buddhas und Maytreya) den Menschen helfen könnte, den ewigen und leidvollen Kreislauf der Existenzen zu durchbrechen. Da er erkannte, daß die Menschen diese Lehre noch nicht erfüllen könnten bestimmte er Maytreya als den zukünftigen Buddha.
Der zukünftige Buddha
-Maitreya-

Die Verehrung des zukünftigen Buddha Maitreya ist für die Tibeter sehr bedeutungsvoll, da er es sein wird, der alle Menschen in Liebe,  Frieden und ewiger Brüderlichkeit vereinigen wird. Buddha selbst soll den Bodhisattva Maytreya für diese Aufgabe im Voraus bestimmt haben. 
Dem Maytreya soll er offenbart haben, daß dieser Zeitpunkt erst etwa 5000 Jahre nach seinem eigenen Erscheinen eintreten würde, da die Menschen erst dann geistig soweit wären, um diese neue Lehre verstehen und auch umsetzen zu können. Die Chinesen nennen ihn Pu-tai, den "lachenden Buddha", der hin und wieder auf der Erde erscheinen soll, um nachzusehen, ob er nicht doch schon etwas früher an seine schwere Aufgabe gehen könnte. Bisher kam er immer vergebens !

Transzendente Buddhas 

Sehr schöne Darstellungen finden wir auch, wenn es um die "5 Dhyani-Buddhas" (oder Meditations -Buddhas) geht. Hier finden wir Mandalas in denen diese symbolisch oder auch für uns "Normalbürger "
wiedererkennbar  dargestellt. Sie symbolisieren nicht nur die (5) Himmelsrichtungen oder "Stufen" (einschließlich Zentrum). Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Gläubigen durch Meditation stufenweise bis zur richtigen Erkenntnis zu führen. Die Vorzeit- Buddhas und der historische Buddha waren reale Persönlichkeiten "aus Fleisch und Blut", hier handelt es sich jedoch um geistige (transzendente) Personifizierungen von bestimmten Eigenschaften, nach denen der Meditierende strebt. Eine der schönsten Darstellungen dürfte der transzendente Buddha Amida (Amitabha, Od Pag med)  wein.

Die tibetische Medizin und die Kunst
Die tibetische Medizin ist uralt und sie wurde schon recht früh beschrieben und bildhaft dokumentiert, bzw. die Darstellungen waren selbst Bestandteil des Heilungsprozesses. Wir können diese Bilder heute als wahre Kunstwerke bewundern. Aus der alten Naturreligion Bön wurde die Kräutermedizin übernommen und stets verfeinert und verbessert. Doch auch die alten Beschwörungen der Schamanenpriester wurden in abgewandelter Form übernommen. Die besagten Kunstwerke waren oft bildhaft dargestellte mantras, die auch vom einfachen Volk verstanden wurden. Die Ruhe, Konzentration und Meditation beim Betrachten dieser Bilder hatte einen Positiven Einfluß auf die Heilung. Dieser tief verwurzelte spirituelle Hintergrund läßt sich nicht auf unsere europäischen Verhältnisse übertragen, Somit reduziert sich bei uns die Wirksamkeit solcher Methoden auf die Wirkung der Inhaltsstoffe und vielleicht noch auf die stillen Hoffnungen der Patienten, Heilung zu erfahren.
 "Om mani padme hum"
 Avalokitesvara  (Chenresi, Chanarazec), 
"Der die Rufe der Welt erhört" 
Nach der buddhistischen Vorstellung ist ein Bodhisattva ein menschliches oder göttliches Wesen, das  auch schon in vorherigen Leben (Wiedergeburt) durch persönliche Aufopferung und durch mitfühlende Hingabe zu allen Lebewesen sich soviel Verdienste (gutes "Karma") erworben, daß es die Gnade erfahren hat, um nun dem unseligen Kreislauf der Existenzen für hinter sich lassen dürfe, um in das Nirwana (das Paradies) eingehen zu können. Ein Bodhisattva verzichtet jedoch darauf, diese Erlösung anzunehmen und kehrt durch fortkehrende Wiedergeburt immer wieder in das Leben der Lebewesen  zurück, um zu helfen, bis zu jenem Zeitpunkt, an dem der zukünftige Buddha Maitreya, alle Lebewesen in Liebe und Frieden verbünden wird.
Mitgefühl mit allen lebenden Wesen !
Hier ist eine besonders schöne Darstellung von Chenresi (Avalokitesvara) zu sehen. Als "Padmapani" ("Lotosblütenträger") spendet er hier Barmherzigkeit, Mut und Hoffnung. Nach der tibetischen Vorstellung 
ist der Dalai Lama die Re-Inkarnation des Bodhisattva Chenresi. ("Bodhisattva des Mitgefühls": siehe auch "Tara"). In dieser Eigenschaft wird er auch oft als "der lebende Buddha bezeichnet" Gemäß seiner Verpflichtung als Bodhisattva setzt sich der Dalai Lama seit Jahrzehnten sehr aktiv für den Weltfrieden und für die Völkerverständigung ein. Auch wenn die Chinesen nach wie vor in ihrem eigenen Land und erst recht nicht in dem gewaltsam besetzten Gebiet Tibet die Menschenrechte nicht achten, hat der Dalai Lama 
ihnen doch die Hand zur Verständigung angeboten. Doch bis heute hoffen die Tibeter vergeblich auf die grundlegendsten Rechte in ihrem eigenen Land. 
Tara
"Aus einer Träne des Mitgefühls"
Der weibliche Bodhisattva. (u. Prajnaparamita)
Der weiblich-göttliche Aspekt der Weisheit
Über die Entstehung von Tara wird die Legende erzählt, daß Chenresi Tränen des Mitgefühls aus den Augen rannen, als er das Leid der Menschen erblickte. Diese sammelten sich zu seinen Füßen in einem See und aus einer Lotosblume inmitten des Teiches entsprang Tara, um sich ebenfalls mitfühlend für die Lebewesen dieser Welt einzusetzen. Deshalb rufen die Tibeter in ihrer Not, aber auch bei ganz alltäglichen Problemen die Tara um Hilfe an. Das geschieht entweder im direkten Gebet oder mit "Windfahnen", denn im Gegensatz zu den Buddhas brauchen die Gläubigen bei der Anrufung der Tara nicht die rituelle Unterstützung durch einen Lama-Priester. 
der transzendente Bodhisattva
Manjushri
"Der von besonderer Schönheit ist"
Der Beschützer der Weisheit, der Denker, Dichter,
Schüler und Studenten,
sowie andere  transzendente Bodhisattva.
transzendent : siehe transzendente Buddhas
Die Gruppe dieser Gestalten nimmt in der tibetischen Kunst einen sehr breiten Rahmen ein und es gibt 
hier eine Vielzahl schöner Darstellungen., Manjushri  (sprich: Man-tschusch-rie) ist einer der wichtigsten.
Die meisten von ihnen zeichnen sich durch bestimmte Attribute aus, durch die man sie
mehr  oder weniger gut bestimmen kann. (Schwert des Lichtes und der Erkenntnis und Buch des umfassenden Wissens und Erkennens).
Der tibetische Leonardo da Vincir :
Tangtön-gyalpo
Obgleich man ihn nur sehr selten in Abbildungen sieht,  ist er auch heute noch heute einer der beliebtesten und hochverehrten Persönlichkeiten Tibets. Er lebte im 16 Jahrhundert und war ein 
wahres Multitalent, Er war Baumeister, Architekt, Schmied, Art , Dichter und Dramaturg. Er entwarf und baute unzählige Kettenbrücken über die tiefen Schluchten und reißenden Flüsse Tibets. Die starken Eisenketten soll er sogar oft selbst geschmiedet haben. Daher wird er fast immer mit einer Eisenkette gezeigt.
Er war der Erfinder der tibetische Theaters und er dichtete viele Lieder, die die auch heute noch vielen Tibetern bekannt sind. Er soll sich auch in der tibetischen Medizin sehr verdient gemacht haben.
Gute Wünsche von den Göttern:
"Gebetsfahnen" flattern im Wind.
In Tibet und in den anderen buddhistischen Himalaja-
Staaten sieht man oft lange Stafetten aus Bambus-
Stangen  an denen übereinander viele kleine "Gebets- Zettel" angebracht sind. Diese kleinen Zettel sind Holzschnitte, welche Gebete und gute Wünsche zeigen (siehe links oder Windpferd), die dann vom Wind zu 
den Göttern empor getragen werden sollen. Besonders beliebt ist hier natürlich das (Wunsch-) Windpferd, das die guten Wünsche für die Gesundheit der Kinder oder für alle anderen alltäglichen Dinge sehr schnell zu den Göttern bringen kann. Belebt sind aber auch der "Luft-Tiger", der Schneelöwe, der Götterbote Garuda-
"shangshang", der "Luftdrache", aber auch ganz besonderes die Tara. Das was wir also heute als schöne "Kunst " bewundern hatte eine rein praktische und hilfreiche Funktion.
"Die Klänge des Universums"
"Die geflüsterten Geheimnisse"
Der Sänger und Dichter Milarepa ist auch bei uns im Westen als ein hervorragender Dichter bekannt. (z.B. die "Vajra-Lieder"). Er ist einer der geistigen Nachfahren des indischen Lehrers Vajradhara (Dorje Chang), der die "geflüsterten Geheimnisse" aus dem Universum als erster erfahren haben soll und diese dann an den Asketen Tilopa weitergab. Dieser dann in direkter Folge an Naropa, Marpa ("der Übersetzer"), welcher diese dann an Milarepa übertrug. In der tibetischen Kunst gibt es viele schöne Darstellungen von Milarepa, die ihn oft in einer Höhle sitzend zeigen, wo er  im Himalaja trotz extremer Kälte jahrelang meditiert hatte und sich nur von Brennessel-Suppe ernährt haben soll. In der tibetischen Kunst wird er daher oft symbolhaft in grüner Farbe dargestellt, wie auch bei vielen anderen menschlichen Darstellungen  die Farbe ganz bestimmte Aspekte oder besondere Eigenschaften einer Person verdeutlichen soll.
Bildung für die Söhne der Kaiser und Beamten-
"Schwerter zu Pflugscharen" !
In verschiedenen Dynastien Chinas war es üblich, 
daß die Söhne des Kaisers und die der hohen Staatsbeamten nach Tibet in die Klosterschulen geschickt wurden, da diese nicht nur für die hohe geistige und religiöse Ertüchtigung, sondern auch für eine hervorragende Allgemeinbildung bekannt waren. Dafür gewährten das chinesische Kaiserreich den tibetischen Nachbarn Schutz, denn im 15.Jahrhundert hatte der damalige König beschlossen, daß sein Land künftig nur noch in Frieden mit allen Nachbarn leben wolle. So machte er alle Krieger zu Mönchen. Sein unerschütterlicher buddhistischer Glaube gab ihm hierfür die Überzeugung. Seine Untertanen waren nun fortan nur noch Mönche, Yakzüchter, Bauern und Sherpas (Lastenträger für die Gebirgspässe) und das Land lebte zusätzlich von Zolleinnahmen für die Passagen, die  durch  das Land führten.
Besetzung Tibets durch Chinas Truppen 
Die Zerstörung der tibetischen Kultur:
Nach verschiedenen Einschüchterungsversuchen
und Übergriffen wurde Tibet im Jahre 1960 von der chinesischen Volksarmee überrannt,  besetzt und anschließend zu chinesischem Staatsgebiet erklärt.
Dabei fand eine große Anzahl der Tibeter den Tod.
Es setzte eine Massenflucht ein. (Nepal, Indien)
Die Klöster wurden geplündert, niedergebrannt und zerstört. Die öffentliche Gebrauch der tibetischen Sprache und Schrift wurde verboten. Tibeter dürfen bis heute in ihrem eigenen Land weder ein  freies Handwerk, noch eine Gewerbetätigkeit oder andere  selbständige Arbeit ausüben. Mönche und Nonnen werden verfolgt, geprügelt und mißhandelt. Wer ein Bild des Dalai Lama mit sich führt muß damit rechnen, daß er zu Tode geprügelt wird.
 "Befreiung aus der Leibeigenschaft"
So ist der Titel dieses modernen chinesischen Holzschnitt ("Realismus") aus den späten 60iger Jahren. Diese "Befreiung" mußten viele Tausende Tibeter mit ihrem Leben bezahlen. Völkermord, Vertreibung, Unfreiheit, Unterdrückung und Zerstörung einer Kultur werden in mit einer Kunst bemäntelt, die man nach dem Willen der chinesischen Regierung "Realismus" nennen sollte. Somit wird deutlich, daß auch für politische Zwecke mißbrauchbar ist !
Shangrilah als Werbe-Gag ?
In den letzen Jahren hat die chinesische Regierung festgestellt, daß sehr viele europäische Touristen nach Tibet kommen, um sich dort jene Kultur 
anzusehen, welche sie in den 50ziger und 60iger Jahren mit Waffengewalt zerstört hatten und die  dann überwiegend mit privater westlicher Hilfe wieder aufgebaut wurde. Um den Tourismus in dieser Region noch besser ausnutzen zu können, hat  die chinesische Regierung einen Teil  von Tibet mit den klangvollen Namen "Shangrilah" versehen.
Es bleibt nur zu hoffen, daß sich die westlichen Regierungen, die Wirtschaftspartner Chinas sein möchten, auch dafür einsetzen, daß in diesem Land endlich die Menschenrechte und die Menschenwürde geachtet werden !
Die mißbräuchliche Verwendung des Wortes "Shangrilah" ist  eine Verhöhnung der Tibeter  und ein  Betrug  an den Touristen !
Was hat China mit Tibet vor ?
Die Lösung der "Tibet-Frage"
Durch die Besetzung Tibets wollte China, die Grenzverschiebung bis an Indien heran erreichen. Tibet erschien ihnen ein idealer Platz für die Errichtung von Radar-Anlagen, Raketen-Stationen und das Anlegen von Waffen- und Munitions-Depots. Auch vermuteten sie dort reiche Bodenschätze. Daher wird China den Herrschaftsanspruch auf Tibet nicht aufgeben wollen. Ob eine "echte" Autonomie und ein föderalistischer Staatenbund mit eigener (rein weltlicher) Regierung mit einer Zentralregierung in Peking die Lösung wäre, das müssen Politiker entscheide,. 
Ein friedliches Miteinander !
Dieses alte chinesische (Yin-Yang-Symbol sollte für die  Machthaber in aller Welt ein Symbol des friedlichen "Miteinander" sein. Beide Bildelemente (Yin und Yang) ergänzen sich in idealer Form. Ein Teil des Einen findet sich in dem Anderen wieder und keines dominiert. Wir Kunst-/Kulturförderer und Künstler wünschen, daß schon bald ein freien Kultur- Wissens- und Meinungsaustausch mit allen Chinesen, Tibetern
und anderen Völkern möglich ist und dafür setzen wir uns ein ! Die Gewährung und Einhaltung der Menschenrechte durch China wäre ein erstes Signal.

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