Vajra
Der Vajra (sprich:
"Watsch-ra") ist ein höchst symbolischer Kultgegenstand,
der je nach Kuturkreis
eine unterschiedliche Bedeutung haben kann.
Veda und Hinduismus:
Im den ältesten
Texten des indischen Altertums, den Veden (Mz. von "Veda") galt der
Gott Indra als der höchste Gott der arischen Führungsschicht.
(Arier= Eine aus Mesopotamien oder Persien stammende Kriegerkaste, die
ca. 1.500 v.Chr. nach Indien vorgedrungen war und dort die Herrschaft übernahm.
("aria" oder "arya"
= "der Gast" aber auch "der Edle"). Sein Kennzeichen war der Vajra.
Mit dieser Waffe übte er seine Herrschaft als Gott des Himmels, der
Atmospäre, des Wetters, des Blitzes und des Donners aus. Daher wird
der Vajra oft als "Donnerkeil" bezeichnet. Diese Gottheit übernahmen
die Tibeter und andere Himalajavölker als "Donnergott" Vajrapani (1).
Später rückte Indra in die 2.Rangordnung von Göttern und
der Vaja wurde zur kraftvollen Waffe des nunmehr höchsten hinduistischen
Gottes Siva (Shiva, Schiwa). In dieser symbolhaften Bedeutung entsprechen
diese Gottheiten dem griechischen Göttervater Zeus oder dem germanischen
Gott Donar.
Buddhismus und
tibetische Kunst:
"Vajra-Nagel"
oder phurbu (phur-ba) oder varjra-kila
Die Funktion des
einst hindustischen "Donnerkeils" mag der "Vajra-Nagel" übernommen
haben, den der Dämonenbezwinger Kilaya (oder phurbu-kila) oder Padmasambhava
in seiner Manifestation als "Trost-Guru" (Dorje Drolad) oder andere Gestalten
zum Abwehren oder Unterwerfen von Dämonen verwenden, wobei in diesen
speziellen Darstellungen der Dorje nur zur Drohung dient.
Der Vajra oder Dorje im Buddhismus:
In der einschlägigen
Literatur wird der Vara (sanskrit) oder besser :Dorje (tibetisch, sprich:
"Dotsche")) oft auch als "Donnerkeil" bezeichnet, Das ist sachlich nicht
richtig, denn im Buddhismus symbolisiert der Dorje keine Waffe, sondern
er ist das Symbol für das Ewige, Unzerstörbare, Edle und Vollkommene.
(Dorje = "der Herr der Steine", "der Diamant". In dieser Form ist
er das Kennzeichen für jene Form des Buddhismus, die man als "Vajrayana"
bezeichnet. Der Dorje symbolisiert damit das, was die Buddhisten "sunyata"
(shunjata) oder "Leerheit" nennen., Was jedoch nicht "leer" sondern ehrer
"offen" für alles bedeutet. Ein Zustand der durch die Medtation erreicht
werden soll. Ein Zustand den man in christlichem Sinne vielleicht "Nähe
zu Gott" oder zum Göttlichen bezeichnen könnte, ohne daß
hierdurch eine Personifizierung erfolgt. Selbt die grimmig aussehenden
Gottheiten benüzen ihren "Donnerkeil" zumeist nur um böse Dämonen
zu bändigen oder zu unterwerfen um sie zu Wesen zu machen, die den
Buddhismus und desssen Wertvorstellungen schützen sollen.
Was
ist Yajrayana ?
Der Vajrayana-Buddhismus ("Diamant-Fahrzeug"),
auch Mantrayana genannt, hatte hatte sich etwa ab 100 n.Chr. in Nordindien
aus dem dem Mahayana-Buddhismus ("großes Fahrzeug") entwickelt. Er
vereinigte in sich die alten indischen Weisheiten, wie zunächst nur
mündlich überlieferte religiöse Lehren (Tantras), heiligen
Gebetsformeln (mantras), einer besonderen Licht- und Farbenlehre, die Eingang
in die tibetische Kunst fand, der Heil- und Kräuterkunde, die sich
dann in Tibet mit der alteingesessenen Schamanen-Medizin zur tibetischen
Medizin fortentwickelte bis hin zu Medotationsübungen (wie z.B. Yoga
u.a.), bis hin zu unfassenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem
esoterischen Verständnis über den Zusammenhang dieser Erfahrungen.
Diese Lehren wurden in kleinen Gruppen gepflrgt und fortentwickelt, indem
sich eine Anzahl von Schülern um einen Lehrer (pandit oder guru) scharten.
Einer dieser (späten) Lehrer war
der indische Guru Rinpoche (der kostbare Lehrer), eine Persönlichkeit,
die als Padmasambhava ("der aus dem Lotos geborene") "zweite Buddha"
in die geschichte, die Legenden und Mythen von Tibet, Nepal und Bhutan
einging und der als der Begründer der Nying-ma-pa-Schlue ("Rotmützen-Sekte"),
des Himalaja-Buddhismus gilt. |